15.07.2026
PriBizz auf der DASTS Konferenz in Kopenhagen
Wie verändert generative KI die Art, wie Forschung imaginiert, durchgeführt und repräsentiert wird? Dieser Frage stellt sich ein ganztägige Panelreihe auf der Jahrestagung der Danish Association for Science and Technology Studies (DASTS) zum Thema „Encountering Infrastructures“, die vom 29. bis 30. Juni 2026 an der Aalborg University Copenhagen stattfand. Mit dabei als Veranstalter*innen: Jana Hecktor und Simon Hirsbrunner vom Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen.
Das experimentelle Panel mit anschließendem Workshop „On using Generative AI in Research“ versammelte Forschende aus Kopenhagen, der DTU und Tübingen, die gemeinsam diskutierten, in welchen Konstellationen die Nutzung generativer KI Forschungsprozesse tatsächlich bereichert – und wo sie eher verflacht, verzerrt oder – mit Blick auf den hohen Ressourcenverbrauch – nicht verhältnismäßig ist?
Prompting the Future
Der Impuls-Vortrag von Jana Hecktor und Simon Hirsbrunner, „Prompting the Future: Critical Reflections on Generative AI as a Research Tool for Scenario Creation“, diskutierte den kritischen Einsatz generativer KI in der Szenario-Erstellung im Kontext der Technikfolgenabschätzung – ein Thema, zu dem beide Forschende im Rahmen des PriBizz-Projekts und anderer Vorhaben am IZEW forschen.
Welche Rolle spielt KI?
Ein elementarer Bestandteil der mehrteiligen Veranstaltung war neben den intensiven Diskussionen auch die Experimentierphase. Im Zentrum stand die Frage: In welchem Verhältnis zu KI sehen wir uns als Forschende? Interagieren wir mit einem Gegenüber, nutzen ein Werkzeug oder bedienen uns einer Infrastruktur? Welche Konsequenz hat diese Charakterisierung für die Praxis, Sinnhaftigkeit und Integrität unserer Forschung?
Zur Bearbeitung der Fragestellungen wurden verschiedene Forschungsprojekte vorgestellt und der dort stattgefundene Einsatz von KI in der Gruppe kritisch diskutiert. Hierzu leiteten Jana Hecktor und Simon Hirsbrunner eine Session zu Szenario-Design, bei der Teilnehmende selbst mit KI-Chatbots experimentierten und damit Zukunftsnarrative zu verschiedenen Technologie-bezogenen Gegenstandsbereichen entwickelten.
Daneben gab es weitere Auseinandersetzungen mit dem Einsatz von generativer KI: Christopher Gad (IT-Universität Kopenhagen) sprach so über religiöse Erfahrungen mit KI im Zusammenhang mit der App „Relating to AI-Jesus“ und Marie Larsen Ryberg (Universität Kopenhagen) reflektierte über Unsicherheit im KI-gestützten wissenschaftlichen Schreiben und ein sich veränderndes Rollenverständnis bei Professorinnen, Doktorandinnen und Student*innen. Eine weitere Session am Nachmittag widmete sich generativer KI in Stadtplanung und Beteiligungsprozessen, etwa mit Beiträgen von Natalie Marie Gulsrud, Csilla Duray und Anders Koed Madsen. Hier wurde unter anderem diskutiert, inwieweit generative KI in Beteiligungsprozessen so eingesetzt werden kann, dass sie die Handlungsmacht von Bürger*innen stärkt und nicht schmälert.
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