30.09.2025
PriBizz beim Vernetzungstreffen der Plattform Privatheit: Teilen des Forschungsstands, Publikationen vorantreiben und Synergien schaffen

Im September war der Projekt-Konsortialpartner Universität Augsburg beim Vernetzungstreffen der Plattform Privatheit 2025 vertreten: Verena Kessler Verzar und Julia Fuchs nutzten die Gelegenheit, unseren aktuellen Forschungsstand zu präsentieren, Rückmeldungen aus der Community aufzunehmen und sich intensiv mit neu entstehenden Forschungsprojekten auszutauschen. Das Treffen hat erneut gezeigt, wie wertvoll der interdisziplinäre Dialog ist, insbesondere wenn es darum geht, Datenschutz nicht nur vorauszusetzen, sondern praktikabel umzusetzen.
Austausch auf Augenhöhe: Warum Vernetzung den Unterschied macht
Die Plattform Privatheit bringt Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Praxis und (datenschutz-)politischen Kontexten zusammen. Gerade diese Diversität ist entscheidend: Denn Lösungen für Privacy by Design entstehen in Kontexten, in welchen technische Machbarkeit, rechtliche Anforderungen und reale Einsatzszenarien gemeinsam gedacht werden. Für PriBizz ist dieser Rahmen äußerst wertvoll, weil wir Forschung bewusst so weiterentwickeln wollen, dass sie anschlussfähig bleibt: für Organisationen, Entwicklerinnen, Entwickler und Datenschutzverantwortliche.
Unser Beitrag: Wo PriBizz derzeit steht - der Leitfaden als greifbares Ergebnis
Beim Vernetzungstreffen durften wir zentrale Erkenntnisse aus unserer Arbeit teilen, insbesondere dazu, wie datenschutzfreundliche Web-Analytics und datengetriebene Geschäftsmodelle im Allgemeinen so gestaltet werden können, dass Privacy by Design nicht abstrakt bleibt, sondern vielmehr in umsetzbare Anforderungen übersetzt wird. Ein wichtiges Ergebnis liegt bereits in der ersten Fassung vor: unser juristischer Leitfaden mit praxisorientierten Handlungsempfehlungen zur Technikgestaltung und zu datenschutzfreundlichen Voreinstellungen im Web-Analytics-Kontext.
Privacy-by-Design-Aufsatz: Reformbedarf von Art. 25 DSGVO und konkrete Weiterentwicklung
Ergänzend zum Leitfaden und gerade als wissenschaftliche Vertiefung erscheint demnächst unser Beitrag „Privacy by Design - Reformbedarf und Weiterentwicklung“ in der Datenschutzzeitschrift „Datenschutz und Datensicherheit“ (Springer Nature). Darin analysieren wir, warum Art. 25 Abs. 1 DSGVO zwar enorm wichtig, in der Praxis aber dennoch in mehreren Punkten zu unbestimmt bleibt, etwa beim Stand der Technik, bei der fehlenden Dokumentationspflicht für Design-Entscheidungen, bei der bislang nur indirekten Berücksichtigung von Privacy Engineering, bei methodisch offenen Risikoabwägungen sowie bei der fehlenden Differenzierung nach Unternehmensgröße.
Dialog mit neuen Projekten: Schnittstellen erkennen und Kooperationen anbahnen
Ein klares Highlight war der Austausch mit neu entstehenden Forschungsprojekten im Umfeld der Plattform Privatheit. In den Gesprächen ging es darum, in welchen Inhalten sich Forschungsfragen überlappen, welche Ansätze sich sinnvoll kombinieren lassen und wie Ergebnisse so aufbereitet werden können, dass sie wiederverwendbar und skalierbar sind. Gerade diese frühe Vernetzung von Beginn an schafft eine gute Basis, um Synergien zu nutzen und Forschung schneller in konkrete Anwendungen zu überführen.
Fazit und Ausblick
Das Vernetzungstreffen war für PriBizz ein wichtiger Impuls: Wir konnten unseren Stand sichtbar machen, unsere Ergebnisse, insbesondere den Leitfaden, einordnen und zugleich neue Perspektiven und Kontakte für die nächsten Schritte gewinnen. Wir freuen uns darauf, die erlangten Diskussionsergebnisse weiter zu verarbeiten und die Erkenntnisse aus dem Privacy-by-Design-Beitrag in die weitere PriBizz-Arbeit und die Praxisübertragung einfließen zu lassen!